Meeresforschungsaquarien
Brücke zwischen natürlichem Habitat und Labor
Brücke zwischen natürlichem Habitat und Labor
Seit 2009 sind die Meeresforschungsaquarien sehr erfolgreich in Betrieb. Drei Aquarienräume bieten exzellente Möglichkeiten der Kultivierung mariner Modellorganismen und experimenteller Forschung. Der erste Aquarienraum ist mit einem 330 l Experimentierbecken und einem 310 l Becken ausgestattet, beide auf getrennten Wassersystemen, außerdem Rack mit 21 x 9 l Becken. Die Aquarien können individuell von zwei unabhängigen Meerwassersystemen für eine Vielzahl von Experimenten versorgt werden. Ein zweiter Aquarienraum umfasst vier getrennten Wassersysteme (1800 l, 2040 l, 1350 l und 1220 l, wobei jedes System in mehrere separate Becken unterteilt ist), einschließlich einer Anzahl kleinerer, mobiler Becken für individuelle Versuchsanordnungen.
Die technische Infrastruktur dieser Meeresforschungsaquarien basiert auf einem hochkomplexen, geschlossenen Kreislaufsystem, das eine konstante Wasserqualität auf höchstem Niveau garantiert. Herzstück der Anlage ist eine mehrstufige Filtertechnik, die mechanische Vliesfilter zur Partikelabscheidung mit leistungsstarken Eiweißabschäumern kombiniert, um organische Belastungen effizient zu minimieren. Zur biologischen Aufbereitung werden spezielle Bio-Reaktoren eingesetzt, in denen Bakterienkulturen Stickstoffverbindungen abbauen, während UV-C-Klärer und Ozonisatoren die Keimbelastung kontrollieren. Die Mess- und Regeltechnik bildet das digitale Rückgrat der Einrichtung: Sensoren erfassen in Echtzeit Parameter wie Salinität, Redoxpotenzial und präzise pH-Werte. Über computergesteuerte Dosierpumpen und Gasmischer wird gezielt Kohlenstoffdioxid eingeleitet, um die Karbonathärte und den Säuregrad des Wassers exakt zu justieren, was die Simulation künftiger Ozeanszenarien erst ermöglicht. Hochmoderne LED-Systeme replizieren zudem natürliche Lichtzyklen und Spektren verschiedener Meerestiefen. Durch diese Kombination aus robuster Verfahrenstechnik und feiner Sensorik wird ein hochstabiles Milieu geschaffen, das selbst für die empfindlichsten marinen Organismen eine reproduzierbare Forschungsumgebung bietet und so die Grenzen zwischen natürlichem Habitat und technischem Labor verwischt.